
In erster Linie soll das Dach Schutz bieten. Dachdeckermeister Kaßburg aus Berlin sagt: „Das Dach ist nicht nur ein Witterungsschutz, sondern auch der oberste Abschluss des Gebäudes und dient dem Schutz der darunterliegenden Räume.“ Egal ob bei Modernisierung oder Neubau - das Dach ist in jedem Fall den verschiedenen Umwelteinflüssen wie Regen, Wind, Lasten (Orkan, Schnee oder Gewicht des Schornsteinfegers), Temperaturschwankungen, Frost und Umweltgiften am stärksten ausgesetzt, soll vor Bränden und Lärm schützen und muss daher mit Sorgfalt gewählt und erhalten werden. Hier spielen Tragwerk, Wärmedämmung und Abdichtungen eine ebenso wichtige Rolle wie das Material der Dachdeckung und die Dachform.
Die Energiesparverordnung (EnEV) schreibt sowohl bei Neubau als auch bei Modernisierungen Wärmeschutzbestimmungen vor, die eingehalten werden müssen, falls das Dach diesen Ansprüchen nicht mehr genügt.
Aber das ist noch längst nicht alles, was ein Dach heutzutage können muss. Es soll natürlich auch optisch den Ansprüchen der Bauherren (bzw. regionalen Vorschriften) genügen und dem Haus einen unverwechselbaren Charakter geben und sich im Laufe der Zeit nicht durch Moos, Schädlinge oder Ruß verfärben oder Schaden nehmen. Hierfür sind architektonische Form und das Eindeckungsmaterial besonders ausschlaggebend. Aber dennoch ist laut Experten-Rat zu beachten, dass nicht jedes Dach auch auf jedes Haus passt. Außerdem hängt die Form und das Material des Dachs auch entscheidend von der Gegend in der man wohnt und den Witterungsverhältnissen ab. Abhängig von der Niederschlagsart sollte das Dach entweder flacher (in schneereichen Gegenden) oder steiler (in regenreichen Gegenden) sein. In sonnigen Gegenden macht sich dagegen eine Bedachung mit den umweltfreundlichen Solardachziegeln bezahlt.

Dachformen können ebenso vielfältig sein wie Haustypen, man kann aber generell zwischen 3 Haupttypen unterscheiden:
und viele mehr.

Sattel- und Walmdächer werden laut der Berliner Dachdeckermeister Kaßburg und Triestram am häufigsten für kleinere Objekte wie Ein- und Mehrfamilienhäuser verwendet. Das Satteldach mit Ziegeleindeckung ist laut Sascha Triestram eine preiswerte Standardlösung die oft bei Neubauten gewählt wird. Flachdächer aus Bitumen oder Kunststoff dagegen werden eher bei großen Gebäuden verwendet, so Kaßburg.
Diese Dachformen unterscheiden sich in den folgenden Merkmalen:
Die Eindeckung für flach geneigte und Steildächer ermöglicht unendlich viele Varianten der Eindeckung – diese können sich nicht nur in den verwendeten Materialien sondern auch in regionalen und traditionellen Besonderheiten unterscheiden. Außerdem ist die Wahl des Materials oft auch mit Folgeentscheidungen verbunden, z.B. der Wahl der Farbe, Form oder Glasierung von Ziegeln, und abhängig von der Neigung des Daches.
Für welches Material Sie sich auch immer entscheiden, Sie sollten auf eine gute Qualität und normgerechte Materialien achten. Für Ziegel zum Beispiel gilt die europäische Norm DIN 1304.
Typische harte Materialien für die Dachdeckung sind:
Typische weiche Materialien für die Dachdeckung sind:
Dachziegel bestehen aus Ton, können verschiedene Farben haben, flach oder gebogen sein, glasiert werden, haben hohe Werte im Schall- und Brandschutz und haben eine sehr lange Lebensdauer. Daher stehen sie – neben den Beton-Dachsteinen - an vorderster Stelle aller Dachmaterialien, so Dachdecker Sascha Triestram. Werden beim Dachbau Ziegel verwendet, dann gibt es häufig Vorschriften bezüglich der Farbe und Form die beachtet werden müssen. Die vier Hauptgruppen der Dachziegelform sind:
Naturrote Biberschwanzziegel kommen am häufigsten bei der Dachsanierung von denkmalgeschützten Gebäuden vor.
Dachsteine werden aus Beton mit wenig Energiebedarf hergestellt, sind vielfältig in ihrer Farbe, Form und im Format. Sie verursachen weniger als die Hälfte des klimaschädigenden CO2s als Dachziegel. Dachsteine zeichnen sich durch Sicherheit, Umweltfreundlichkeit und Langlebigkeit aus und sind auch günstiger als z.B. Dachziegel. Sie haben laut einer Studie des Freiburger Ökoinstituts eine bessere Ökobilanz als Dachziegel und haben außerdem den Vorteil im Laufe der Zeit auf dem Dach immer härter zu werden. Moderne Dachsteine haben dank der glatten Oberfläche auch nicht mehr das Problem des Moos- und Algenbefalls. Sie können aber auch aus Natursteinen wie Schiefer oder Gneiss hergestellt werden. Schieferdächer sind sehr beliebt da sie wetterbeständig, widerstandsfähig gegen Schadstoffe in der Luft, frostunempfindlich und wasserdicht sind; außerdem sind sie verrottungsfest, stoßfest, wartungsfrei und nicht brennbar. Wer sein Asbestdach sanieren lässt und dafür ein neues Dach aus dem Naturstein Schiefer bauen lässt, bekommt vom Staat Fördermittel von rund 5% der Investitionskosten.
Holzschindeln sind in einigen Regionen Deutschlands ein beliebtes Dachmaterial und bestehen meist aus heimischen Nadelhölzern aber können auch aus Laubhölzern hergestellt werden.
Faserzementplatten und –wellplatten bestehen aus einer Zement-Faser-Zellulose-Mischung und können in verschiedenen Formen und Formaten auftreten.

Metall-Dachbedeckungen können gewellt, trapezförmig oder flach zu Blechen oder Tafeln verarbeitet werden. Hierfür werden Metalle wie Zink, Kupfer, Aluminium oder Edelstahl verwendet. Metalldächer wie z.B. Kupfer- oder Zinkdächer haben eine hohe Beständigkeit, sind korrosionsbeständig und robust. Sie werden besonders in Gegenden mit starken Witterungseinflüssen eingesetzt. Dächer aus Titanzink sind aus einem besonders natürlichen und nachhaltigen Baustoff, da dieses Material zu nahezu 100% recycelt werden kann ohne umweltschädliche Rückstände zu hinterlassen.
Bitumendächer gibt es aus Schindeln, Wellplatten oder Platten und können in vielen Farben und Formen hergestellt werden. Sie zeichnen sich aus durch Bruchfestigkeit und Farbbeständigkeit.
Stroh-, Gras- und Reetdächer sind sehr traditionelle und regional verwendete Dachmaterialien, die eine hohe Feuergefährdung mit sich bringen. Sie sind aber besonders wärmedämmend, Dicht und sturmsicher und werden häufiger im Norden Deutschlands gefunden.
Eine sehr moderne Form der Dachbedeckung sind die Solardachziegel, die immer häufiger anstelle von Solarmodulen auf Dächern in sonnigen Gegenden Deutschlands verwendet werden.
Die meisten dieser Materialien können nur bei Dachneigungen von 22-90 Grad verwendet werden. Bei der Beratung kann der Dachdecker Ihnen auch genau sagen, welche Materialien sich am besten eignen und welche Zusatzmaßnahmen nötig sein können.
Beim Neubau eines Flachdachs sollte man laut Fachmann Kaßburg mit ca. 50-80 € pro m2 inklusive Dämmung und Dachkonstruktion rechnen; bei einem kleineren Dach (z.B. Einfamilienhaus) mit Ziegeleindeckung dagegen wären es ca. 60-90 € pro m2 inklusive Dämmung und Dachkonstruktion.
Bei der Sanierung eines Ziegeldaches muss man nochmal mindestens 10 € pro m2 für die Abdeckung und Entsorgung des alten Daches dazurechnen. Der Abriss eines Flachdachs dagegen ist deutlich teurer, so Kaßburg.
Moderne Steildächer müssen kaum gewartet werden oder sind sogar wartungsfrei. Auch die Reinigung ist bei modernen glatten Dachmaterialien kaum nötig. Dennoch rät Dachdecker Kaßburg dazu die Dachrinnen ca. Einmal jährlich reinigen zu lassen und ein Auge auf das Dach zu haben, um mögliche Schäden – z.B. nach Sturm - rechtzeitig zu erkenn. Ist das Steildach als einmal gedeckt, dann entstehen kaum noch zusätzliche Kosten für Reinigung und Wartung.
Beim Flachdach dagegen rät Käßburg dazu nicht auf den Trugschluss hereinzufallen, dass Wartung bedeutet „zu warten bis etwas passiert“, denn Flachdächer benötigen mindestens einmal jährlich Wartungsarbeiten. Besonders nach schneereichen Wintern sollten die Abflüsse von Flachdächern gereinigt werden. Denn sind sie einmal verstopft und kann das Wasser nicht richtig abfließen, dann können Folgeschäden entstehen.
Während der Dachstuhl –der Hauptbestandteil des Dachs –von einem qualifizierten Zimmerer oder Zimmermann gebaut werden sollte werden Dachbedeckung und Dachabdichtung von Dachdeckern durchgeführt. Diese müssen über einen Eintrag in der Handwerksrolle verfügen.
Das Dach ist der Schutz Ihres Hauses vor Umwelteinflüssen, also kommt der Qualität und Auswahl von Form und Materialien eine wesentliche Bedeutung zu. Egal ob Sie ein neues Dach bauen oder ein altes Sanieren wollen, Sie sollten in jedem Fall einenqualifizierten Dachdeckerkontaktieren und sich Vergleichsangebote einholen.