
Außerdem gibt es für den Dachausbau auch noch weitere gute Gründe: Die Wärmeenergiebilanz des gesamten Hauses wird verbessert, Energie und damit auch Betriebskosten werden eingespart und das Raumklima verbessert.
Egal ob Schlafzimmer, Büro, Kinder- oder Spielzimmer, Heimkino oder Wohnzimmer, der Zugewinn an Wohnfläche und die damit verbundene Wertsteigerung des Hauses ist – unabhängig von der Nutzung – für viele der wichtigste Grund für den Dachausbau, so Andrej Heins von der Firma Heins Trockenbau in Hamburg. Auch der Einzug von Eltern, Großeltern oder Pflegepersonal kann Grund für den gesteigerten Platzbedarf sein, so Joachim Peter von der BB Modernisierungs GmbH aus Bonn.
Auf dem Dachboden ist man fernab von Straßenlärm und den anderen Räumen des Hauses und dafür umso näher an der Sonne, dem Himmel und den Sternen. Nicht unüblich ist laut Joachim Rosenhoff von der Innenausbaufirma Waßmuth und Rosenhoff aus Kassel auch der Ausbau des Dachgeschosses zu einer kompletten Wohnung.
Der Trend geht auch zu der Nutzung des Dachbodens als Wellness- und Wohlfühl-Oase. Ein Wohlfühlbad unterm Sternenhimmel oder gemütliches DVD-Gucken mit Freunden liegen ganz weit vorn. Aber auch als Schlafzimmer eignet sich das Dachgeschoss weil es dank der schrägen Wände Gemütlichkeit ausstrahlt, was laut einer von VELUX in Auftrag gegebenen Studie für 90% der Deutschen wichtig ist. Die Wärmedämmung muss dann aber den höchsten Standards entsprechen, um das Raumklima über das ganze Jahr angenehm zu halten.
Je nach Nutzungsvorstellungen müssen aber auch im Vorfeld die baurechtlichen und statischen Vorschriften bedacht werden. Das Verlegen von z.B. Wasserrohren für Bad oder Küche kann auch nochmal teurer werden und erheblichere Baumaßnahmen erfordern als eine einfachere Nutzung als Wohnraum.
Nicht jedes Dach ist für den Ausbau geeignet bzw. ein Ausbau lohnt sich nicht immer. Experten haben daher für den Dachausbau eine einfache Faustregel: Ist das Dach steiler als 35° dann lohnt sich der Ausbau da genügend Kopffreiheit gegeben ist. Aber auch bei Dächern bis 20° Neigung kann man noch etwas machen. Hier käme dann zum Beispiel die Nutzung als Hobbyraum oder Gästezimmer in Frage.
Auch die Dachform gibt Auskunft über die Eignung für einen Ausbau. Besonders gut eigen sich hierfür Sattel-, Mansard- und Walmdächer. Hat man z.B. ein Flachdach, das aufgestockt werden soll, dann kommen für den Aus- und Umbau erheblich größere Kosten und Aufwände auf einen zu, als lediglich ein Ausbau eines bestehenden und geeigneten Daches.
Da der Dachausbau laut Andrej Heins vorwiegend durch Trockenbauer durchgeführt wird, sollten Sie sich im Vorfeld von qualifizierten Trockenbauern individuell beraten lassen. So können Sie prüfen, ob Ihr Dach sich für den geplanten Umbau eignet und ob sich Ihre Wünsche auch realisieren lassen. Ist der Ausbau erstmal genehmigt dann rät Joachim Rosenhoff dazu, auch weitere Fach-Firmen auszuwählen, die in den Dachausbau involviert sein können, wie zum Beispiel Schreiner, Maler, Bodenleger, Installateure, Elektriker und Fliesenleger. Architekten und Statiker werden bei größeren Umbauprojekten auch benötigt, so der Experte Joachim Peter.
Als grobe Richtlinie kann gesagt werden, dass man pro Quadratmeter beim Dachbodenausbau ca. 500 € weniger zahlt als für einen Neubau. Dennoch belaufen sich die Kosten auf ungefähr 750 – 1.500 € pro m², abhängig von Materialien, Ansprüchen und dem Standard. Wer handwerklich etwas begabt ist kann aber auch zusätzlich Kosten sparen indem er in Eigenleistung einige (einfachere) Arbeiten verrichtet, wie zum Beispiel die Zwischensparrendämmung. Jedoch können bei jeder Art von Arbeit kleinste Fehler schon große Auswirkungen haben, die sich teilweise erst nach Monaten und Jahren zeigen. Wenn es z.B. zieht, im Sommer unerträglich warm wird oder Feuchtigkeit eindringt und sich Schimmel bildet, können Reparaturen teuer werden. Die Dachwärmedämmung sowie der Einbau von Fenstern und Dachabdichtungen sollten daher vom erfahrenen Fachmann ausgeführt werden.
Wenn das Dach auf einer Fläche von nur 10 % verändert wird – zum Beispiel durch den Einbau einer Gaube bei einem Einfamilienhaus, dann wird laut Energiesparverordnung (EnEV) 2009 eine vollständige Dämmung des Daches vorgeschrieben. Diese Anforderungen gelten auch beim Ausbau des Daches als Wohnraum, hier müssen mindestens 16 cm Dämmstoffdicke vorgewiesen werden. Außerdem müssen Brandschutz -vorschriften beachtet werden, die verwendeten Materialien dürfen also nicht (Glaswolle, Steinwolle) oder nur schwer (Kork, Polystyrol) brennbar sein. Die Ansprüche an die Wärmedämmung werden sich bis zum Jahr 2020 noch verschärfen, man sollte also so sanieren, dass die künftigen Werte berücksichtigt werden. Die Dämmung des Daches ist eine lohnende Investition, denn auf Dauer lässt sich so viel Energie einsparen. Außerdem, so Andrej Heins, trägt die Wärmedämmung des Daches auch zur Wertsteigerung des Hauses bei.
Baurechtlich ist zu beachten, dass der Dachausbau eine Nutzungsänderung ist und daher Genehmigungspflichtig sein kann. Auch wenn das Dachgeschoss laut der aktuellen Baunutzungsverordnung nicht mehr zur Geschossflächenzahl zählt. Auch die Aufstockung vom Flachdach zum Steildach oder bauliche Veränderungen wie Dachgauben benötigen eine Genehmigung. Dachflächenfenster sind nur bei denkmalgeschützten Gebäuden genehmigungspflichtig. Bauherren sollten also vor der Planung Informationen vom Bauamt einholen. Aber nicht immer ist eine Genehmigung für Einfamilienhäuser nötig, es sei denn es sollen äußere Veränderungen oder ein Eingriff in die Statik vorgenommen werden. Bei Mehrfamilienhäusern ist immer eine Genehmigung nötig.
Wenn der Dachboden als Arbeitsstätte dienen soll, dann ist außerdem noch die Arbeitsstättenverordnung zu beachten.
Es ist sehr wichtig beim Dachausbau den Einbau von ausreichend vielen Fenstern zu berücksichtigen. Abhängig von der Nutzung des Dachgeschosses gibt es auch verschiedene Möglichkeiten. Soll das Dach als Badezimmer genutzt werden muss man auf feuchtigkeitsbeständige Fenster achten. Je nach Vorschriften des Bundeslandes muss die Fläche des Fensterlichtes ein Achtel oder ein Zehntel der Wohnfläche betragen. Hierfür werden in der Regel Flächen unter 1,50 m Raumhöhe nicht angerechnet.
Möchte man den Dachboden als Büro oder Wohnzimmer nutzen sollte man evtl. mehr Fenster einbauen als die baurechtlichen Bestimmungen als Mindestanzahl vorschreiben, um mehr Tageslicht zu bekommen. Denn für 75 % der Deutschen sind laut einer Studie von Velux vom Tageslicht durchflutete Räume besonders wichtig. Dachflächenfenster haben einen besseren Einfallswinkel des Sonnenlichts als senkrechte Fenster und bieten daher bei gleicher Größe die bis zu 3 Mal größere Lichtausbeute. Beim Einbau ist allerdings darauf zu achten, dass man sowohl stehend als auch sitzend der Ausblick möglich ist.
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