
Schäden an Leitungen und Kabeln bleiben oft unbeachtet und können fatale Folgen haben. Darum lohnen sich oft ein E-Check oder eine Neuinstallation – „Sicherheit ist unbezahlbar“, so Elektro-Fachmann Carsten Tochtenhagen aus Schöneiche bei Berlin.
Besonders in alten Gebäuden entsprechen Elektroinstallationen oft nicht den VDE-Bestimmungen. Werden Geräte und Leitungen nicht regelmäßig vom Fachmann überprüft erlischt im Schadensfall der Versicherungsschutz. Zwar gibt es im privaten Haus- Wohnbereich keine gesetzliche Verpflichtung zu regelmäßigen Inspektionen, es werden jedoch Normen und Empfehlungen herausgegeben die in einem Schadensfall Berücksichtigung finden können.
Sollen die alten Leitungen, Zu- und Ableitungen geprüft werden, dann werden vom Fachmann Sichtprüfungen (z.B. kaputte Steckdosenkontakte) und Isolations- und Schleifenwiderstandsprüfungen durchgeführt, so Elektro-Fachmann Tochtenhagen - „Bei Altanlagen sind so Fehler leicht festzustellen.“. Er empfielt diese Prüfungen insbesondere Privathaushalten, da es für diese im Gegensatz zu öffentlichen, gesellschaftlichen und Nutzgebäuden keine gesetzlichen Vorschriften für regelmäßigen Prüfungen gibt. Gibt es nur einige schadhafte Steckdosen so können auch diese lediglich erneuert werden. Der Elektriker entscheidet in jedem Fall nach der Überprüfung ob eine Neuinstallation oder nur eine Reparatur nötig ist. Die Elektroanlage kann im Einzelfall auch durch den Elektriker gesperrt werden, wenn ernsthafte Mängel festgestellt werden.
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Ursachen für Elektrobrand |
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Defekte und falsch verlegte Kabel |
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Überbelastung von Kabel und Leitungen durch zu hohe Vorsicherung |
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Defekte Geräte (z.B. Materialermüdung) |
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Nachgemachte Geräte ( ohne TÜV und GS Prüfnachweis ) |
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Überlastete Stromkreise (z.B. zu hohe Leistungsabnehmer z.B. 230 V max. 3,3 KW bei einer Stromkreisabsicherung von 16 A Charakteristik B egal wieviel Steckdosen) |
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Schadhafte Elektroanlagenteile z.B. Klemmverbindungen , Steckdosen, Schalter und Fehlerstomschutzschalter |
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Moralisch und technisch verschlissene textile Isolierungen an Elektroleitungen |
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Äußere Einflüsse (z.B. eindringende Feuchtigkeit) |
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Beschädigte Isolation in oder am Elektrogerät |
Ein Elektro- oder Kabelbrand ist der schlimmste Fall, die ungewartete, alte und defekte Leitungen sowie zu hohe Absicherungen verursachen können. Aber nicht nur die fest installierte Hauselektrik sondern auch defekte Elektrogeräte können mitunter lange vor sich hin schwelen bis die Mängel Brände verursachen
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) geht davon aus, dass jeder zehnte Brand durch Elektrik verursacht wird. Die Sachschäden bei solchen Bränden sind oft erheblich (machen ca. 17 % der Schadenssumme aller Arten von Bränden aus) und führen nicht selten auch aufgrund der giftigen Gase, die bei der Erhitzung von Kabelummantelungen aus PVC entstehen, zu schweren Personenschäden.
Präventionsmaßnahmen
Neuere und verbesserte Kabelummantelungen, moderne Sicherungen, Sicherheitssteckdosen, eigene Stromkreise für jedes Großgerät sowie regelmäßige Elektro-Checks von Geräten und Leitungen können zur Prävention vor Elektroschäden beitragen, so der Bundesverband für Brandschutzprävention e.V. Jedoch sind diese nur wirkungsvoll wenn die gesamten Leitungen auf dem neuesten Stand und fachgerecht verlegt sind. Bei veralteter Hauselektrik oder zu gering ausgelegten Elektroinstallationen sollte man der Sicherheit zu Liebe nicht am falschen Ende sparen. Außerdem sollte die Brandsicherheit in jedem Fall durch Rauchmelder unterstützt werden, die zwar erst Alarm geben wenn der Brand sich bereits entwickelt, aber dennoch warnen sie mit akustischen Signalen vor gefährlichen Rauchgasen.
In der modernen Haustechnik werden Stromleitungen meist „unter Putz“ vom Stromzähler aus mit oder ohne Verteiler zu den verschiedenen Abnahmestellen, Lichtschaltern, Steckdosen und Lampen verlegt. Diese Leitungen dürfen in den Wänden nur senkrecht und waagerecht in Schutzbereichen und Schutzzonen verlegt werden. Der Elektriker verbindet die Leitungen dann so, dass die gewünschten Funktionen erfüllt und werden und ein elektrischer Schlag durch Berührung vermieden wird.
Für Elektroinstallationen gibt es verschiedene Standards bzw. Ausstattungsniveaus, die in Grundausstattung, gehobe Ausstattung und zukunftssichere Komfortausstattung unterschieden werden.
Für die Neuinstallation müssen in der Planungsphase vom Elektriker Angaben über die Anschlussleistung, die Einspeisung ins Hausnetz sowie die Stromverteilung mit der Anzahl der benötigten Stromkreise gemacht werden. Stromkreise werden nach Anwendungsbereichen unterteilt in Festanschlüsse, Steckdosen/ Licht- und Drehstromkreise. Dann muss je nach Art der Nutzung und Belastung entschieden werden, wie viele Stromkreise jeweils benötigt werden, in der Küche werden für Geräte wir z.B. Geschirrspüler, Herd oder Kühlschrank seperate Stromkreise benötigt.
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Standardanzahl für Licht-/ Steckdosenstromkreise |
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5 für die Küche |
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1 pro Wohnraum |
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1 pro Schlafraum |
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2 fürs Bad |
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1 fürs Gäste WC |
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2 für Außenanlagen |
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2 für die Garage |
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3 für Werkstätten |
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1 oder 2 für Deckenbeleuchtung pro Geschoss |
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1 oder 2 als Reserve. |
Dann wird die elektrotechnische Ausstattung geplant, also die Anzahl der Schalter, Lichtauslässe und Steckdosen für jeden einzelnen Raum.
Bei Neuinstallationen ist seit neuestem pro Stromkreis ein der FI-Schutzschalter (Fehlerstrom-Schutzschalter). Dieser Schalter kann bei Defekten oder Strom-Fehlern in Bruchteilen von Sekunden den Stromkreis unterbrechen.
Die Gesamtdauer der Neuinstallation liegt bei ca. 7 Tagen, je nach Größe des Hauses bzw. der Wohnung und dem Bauablauf.
Es müssen auch Maler- / Tapezierer- und Maurerarbeiten einkalkuliert werden, da die Verlegung der Elektroleitungen das „öffnen“ der Wände erfordert. Elektriker Tochtenhagen rät auch dazu, die offenen Wände fachkundig verschließen zu lassen, da sonst Fewährleistungsansprüche im Schadensfall nicht hundertprozentig nachvollziehbar sind.
Die Kosten einer Elektro-Neuinstallation liegen bei ca. 55 € pro m2 Wohnfläche; für ein Einfamilienhaus belaufen sich auf ca. 10.000 € mit Anschluß an das örtliche Energieversorgungsnetz z. b. Eon-Edis, wobei knapp die Hälfte auf Materialkosten entfällt.
Für Standard-Ausführungen kann man auch als Richtwert sagen, dass die Installation 55 € pro Elektro-Auslass kostet, so Fachmann Tochtenhagen. Dies richtet sich jedoch stark nach der Art und den Baustoffen des Hauses. Als Elektro-Auslass werden gezählt:
Fachmann Tochtenhagen sagt, dass zwar durch die Neuinstallation keine Kosten im Stromverbrauch eingesparrt werden können, jedoch kann man jederzeit auf energieeffizientere Geräte umsteigen und profitiert außerdem von der erhöhten Sicherheit.

Bei alten und neuen Elektroanlagen sind regelmäßige Wartungen sehr wichtig und sollten ernst genommen werden, denn Übergangsregelungen in Altanlagen erfüllen nicht die aktuellen Empfehlungen und Richtlinien, so Fachmann Tochtenhagen. Doch genauso sollten neue Anlagen alle vier Jahre von Fachkräften mittels des E-Checks überprüft werden. Nur so können Sie sich vor unangenehmen Überraschungen schützen und Ihren Versicherungsschutz aufrecht erhalten. Schließlich sind die Eigentümer der Objekte für den Zustand der Elektroanlagen (nach dem Elektrozähler) verantwortlich und haften im Schadensfall.
Arbeiten an Elektroanlagen dürfen ausschließlich von zugelassenen Elektrofachkräften durchgeführt werden, die eine Eintragung in das Installationsverzeichnis haben, so Carsten Tochtenhagen.
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