>> Entdecke mehr Artikel!

Rund 10 Liter Wasser pro Tag in Form von Wasserdampf fallen in einem 4-Personen-Haushalt an, und dies nur durch Kochen, Gießen, Waschen und beim Schlafen.

Gut gelüftete Räume haben einen großen Anteil an unserem Wohlbefinden und unserer Gesundheit. Unangenehme Gerüche, zu hohe Luftfeuchtigkeit und die Bildung von Schimmelpilzen sind die häufigsten Folgen schlecht gelüfteter Räume und können auch zu Allergien und anderen gesundheitlichen Schädigungen führen. Außerdem können durch unzureichendes Lüften Schäden an der Bausubstanz entstehen.

Wo man früher noch der sogenannten Zwangslüftung durch einfach verglaste Fenster und undichte
Fugen ausgesetzt war, merkt man heute bei Neubauten kaum noch einen Luftzug bei geschlossenen Fenstern. Auch die Luftfeuchtigkeit und Schadstoffbelastung in der Luft im Raum steigt, beispielsweise durch Aquarien, häufigeres Duschen und Waschen, Kunststoffbeschichtungen auf Möbeln und Tapeten. Somit wird eine Veränderung des Lüftungsverhaltens aufgrund der stärker gedämmten Häuser und veränderter Gewohnheiten dringend notwendig.

Intensiveres Lüften und der richtige Zeitpunkt sind entscheiden. Wir zeigen Ihnen wie und warum.

Fotolia_3178856_Fenster Stoßlüftung.jpgVerschiedene Lüftungsarten mit unterschiedlicher Wirkung

          Stoßlüftung ist am efffektivsten

Zone de Texte:           Stoßlüftung ist am efffektivstenDie Stoßlüftung ist am wirkungsvollsten und die einzig richtige Lüftungsart. Hier werden die Fenster für einige Minuten (Abhängig von Jahreszeit) vollständig geöffnet und somit kann die gesamte Raumluft ausgetauscht werden. Noch schneller geht dies, wenn man Durchzug macht. Gerade im Winter sollte die Lüftungszeit aber auf höchstens 10 Minuten beschränkt werden, damit die Räume nicht zu sehr auskühlen und unnötige Aufheizkosten vermieden werden. Das Thermostat sollte während der Lüftung herunter gedreht werden.

Fotolia_12559882_Kippfenster.jpgDie Selbstlüftung, auch Zwangslüftung genannt, ist bei Neubauten fast nicht mehr möglich. Bei älteren Gebäuden kam ein konstanter Luftstrom durch Ritzen, Fugen und alte Fenster, bei Neubauten ist jeglicher Luftzug dieser Art unmöglich. Da diese Art der Lüftung aber nicht unbedingt für sauberere Luft und einen effektiven Luftwechsel sorgt, sollte man sich auch in älteren Gebäuden nicht darauf verlassen. Außerdem kann die Gebäudesubstanz durch Tauwasser auch erheblich geschädigt und Schimmelbildung begünstigt werden. Unkontrollierte Lüftungen dieser Art sind laut Energiesparverordnung nicht mehr vertretbar.

Spaltlüftung kühlt die Wände auf Dauer aus

Zone de Texte: Spaltlüftung kühlt die Wände auf Dauer ausDie Spaltlüftung, auch Kippen der Fenster genannt, wird oft über längere Zeit durchgeführt und kann besonders im Winter zu starkem Auskühlen der Wohnung und Wände führen, Zugluft verursachen und einen höheren Heizaufwand nötig machen. Schimmelbildung wird durch kalte Wände begünstigt und es werden pro Stunde zwischen 10 Cent (bei 2 cm Spalt) und 1,12 € (bei 12 cm Spalt) zum Fenster heraus gelüftet. Der Lüftungseffekt ist zudem auch wirkungslos.

Es gibt also keinen Weg um die Stoßlüftung herum, denn dies ist die einzig effektive Lüftungsart, die das Wohnklima merklich verbessert.

Winter

4-6 Minuten

Frühling & Herbst

8-20 Minuten

Sommer

25-30 Minuten

Velux rät zu nach Jahreszeiten gerichteten Raumlüftungszeiten (siehe Kasten), nach der Faustregel: Je kälter es draußen ist, desto kürzer sollte die Lüftungszeit sein. Die vorgeschlagenen Zeiten sollten ca. 3 oder 4 Mal am Tag mit Stoßlüftung durchgeführt werden.

Tipps zum erfolgreichen Lüften

Die Stoßlüftung ist ein guter Anfang, dennoch gibt es für das richtige Lüften noch weitere Tipps, die Ihr Wohlbefinden zu Hause deutlich verbessern können:

  • Die warme feuchte Luft von drinnen muss gegen kältere trockenere Luft von draußen getauscht werden
  • Je kühler es drinnen ist desto häufiger muss gelüftet werden; je kühler es draußen ist, desto kürzer kann gelüftet werden
  • Bäder sollten auf dem kürzesten Weg gelüftet werden (Fenster oder Lüftungsanlage)
  • Bei ungenügenden Lüftungsmöglichkeiten im Bad sollte nach dem Duschen und Baden das Wasser von Wänden und Boden entfernt werden; Handtücher sollten gut trocken können
  • Lüften Sie auch beim Kochen, Waschen und Büglen den entstehenden Wasserdampf sofort raus (durch Fenster oder Dunstabzug beim Kochen)
  • Lüften Sie morgens die ganze Wohnung einmal kräftig durch
  • Lüften Sie tagsüber die von Personen genutzten Räume regelmäßig
  • Lüften Sie das Schlafzimmer abends vorm Schlafen gehen nochmals durch
  • Lassen Sie zwischen Möbeln und Außenwänden ca. 3 cm Abstand um auch hier eine gute Lüftung zu gewährleisten und Schimmel vorzubeugen
  • Lüften Sie bei jedem Wetter, auch bei Regen; am optimalsten ist es wenn es draußen mindestens 5 Grad kälter ist
  • Stellen Sie die Heizung im Winter auch bei längerer Abwesenheit nie ganz ab sonst begünstigen Sie Schimmelbildung und ein komplett ausgekühltes Gebäude wieder aufzuheizen ist teurer als auf Sparflamme zu heizen
  • Wenn Sie Räume unterschiedlich beheizen, sollten Sie die Zwischentüren immer geschlossen halten
  • Kalte Schlafräume sollten nie vom Wohnraum aus mitgeheizt werden; es kann Tauwasser an Wänden und Fenstern entstehen und dies führt zu Schimmel
  • Beachten Sie einen maximalen Temperaturunterschied von 4°C zwischen den verschiedenen Räumen, sonst kann sich Feuchtigkeit an den Wänden niederschlagen und Schimmel bilden

Die richtige Raumtemperatur

Küche & Wohnbereich

20°C

Badezimmer

21°C

Schlafräume tagsüber

18°C

Schlafräume nachts

16-18°C

Um zu erkennen, ob Sie genügend gelüftet haben bzw. ob es wieder Zeit für eine Stoßlüftung ist, sollten Sie in Ihrer Wohnung die Raumtemperatur im Auge behalten. Rechts finden Sie Idealwerte, die allgemein als angenehm empfunden werden.

Fotolia_16003846_Beschlagenes Fenster.jpg

Wenn die Scheiben innen beschlagen und sich Tauwasser bildet, dann ist die Luftfeuchtigkeit im Raum zu hoch

Zone de Texte: Wenn die Scheiben innen beschlagen und sich Tauwasser bildet, dann ist die Luftfeuchtigkeit im Raum zu hochAber auch die Luftfeuchtigkeit hat einen Einfluss auf das Wohlbefinden und beeinflusst auch maßgeblich die Schimmelbildung. Die Luftfeuchtigkeit sollte bei 45-55 % liegen und höchstens kurzzeitig (z.B. im Bad oder in der Küche) auf bis zu 65 % steigen. Im Keller ist die Luftfeuchtigkeit oft höher, hier sollten daher möglichst keine Kleidungsstücke gelagert werden. Lederwaren aber auch Papierwaren sind besonders schimmelanfällig.

Um Ihr Raumklima zusätzlich zu verbessern können Sie auch auf Be- und Entlüftungsanlagen sowie Klimaanlagen zurückgreifen, welche die Luft zusätzlich kühlen und befeuchten können. Dies ist insbesondere im Sommer eine gute Anschaffung um in der Wohnung angenehme Temperaturen halten zu können, auch wenn es draußen viel wärmer ist. Aber auch witterungsunabhängig garantieren solche raumlufttechnischen Anlagen einen Mindestluftaustausch und verbessern so die Luftqualität.