
Aber oft weiß man nicht, wo man einen Handwerker finden kann, der vertrauenswürdig, zuverlässig und qualifiziert ist Ihre Bau- und Renovierungsarbeiten durchzuführen. Denn jeder kennt diese Geschichten über Handwerker-Firmen, die ihre Arbeit nicht zu Ende gebracht haben, schlecht gearbeitet haben oder am Ende horrende Beträge in Rechnung gestellt haben - aber in Wirklichkeit gibt es Tausende von seriösen Handwerkern, die nur darauf warten gebucht zu werden. Außerdem gibt es auch einige Vorüberlegungen und Grundregeln, an die sich der Auftraggeber halten muss um „Streitigkeiten zwischen Verbraucher und Handwerksbetrieb zu vermeiden“, so die Handwerkskammer Berlin.
Wenn Sie eine Firma buchen, die nicht qualifiziert ist, kann dies zu verheerenden Folgen führen. Diese Probleme können von geringfügigen Mängeln bis zu ernsthaften Problemen wie möglich Sicherheitsrisiken, Nicht-Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen,und manchmal sogar der Notwendigkeit die Arbeit rückgängig machen und neu starten zu müssen reichen.Daher rät die Berliner Handwerkskammer als Tipp Nr. 1: Wenden Sie sich immer an einen Fachbetrieb.
Wie kann man dann aber weiter vorgehen um Risiken zu umgehen und die Arbeit von qualifizierten Fachkräften ausführen zu lassen? Hier einige Ratschläge:
Auf Empfehlungen hören.Wenn ein Freund oder Verwandter Arbeiten an seinem Haus hat machen lassen und mit dem Service der Firma zufrieden war, dann ist dies ein guter Indiz dafür, dass der Handwerker auch bei Ihnen positive Ergebnisse liefern wird.
Suchen Sie sich eine Firma in Ihrer Nähe. Denn, so die Handwerkskammer, besonders bei Reparaturaufträgen werden An- und Abfahrtzeiten mit berechnet. Fragen Sie bei der ausgewählten Firma nach, wie hoch die Kosten für An- und Abfahrtzeiten sind.
Qualifikationen des Handwerkers überprüfen.Jeder seriöse Händler wird Ihnen gern den Nachweis seiner Fähigkeiten und Ausbildung geben wollen.Außerdem sind alle Handwerker, die Mitglied in der Handwerksrolle sind qualifiziert und verfügen über durch Versicherungen gedeckte Garantien, was die Risiken für den Kunden minimiert.
Gucken Sie sich Referenzarbeiten an. Besonders Architekten oder Designer haben auf ihren Websites oft Portfolios ihrer letzten Arbeiten. Aber auch bei Handwerkern ist diese Art von Qualitätsnachweis immer mehr im Kommen.
Holen Sie sich mindestens 3 Kostenvoranschläge ein und vergleichen Sie diese. So stellen Sie sicher das bestmögliche Preis-Leistungsverhältnis zu erhalten. Gucken Sie aber nicht nur nach dem günstigsten Angebot sondern auch nach anderen Positionen wie dem Stundenlohn und der Materialnutzung. Tipp der Handwerkskammer: Kostenvoranschläge sind nicht verbindlich, es sei denn, dies wird ausdrücklich vereinbart. Sie können, wenn möglich, aber auch einen verbindlichen Kostenvoranschlag mit der favorisierten Handwerker-Firma vereinbaren. Der vereinbarte Festpreis darf dann nicht überschritten werden.
Machen Sie die Aufgabe und den Kostenrahmen deutlich. Die meisten handwerklichen Leistungen können mit Hilfe eines Kostenvoranschlages oder Angebots abgeschätzt und vereinbart werden. Preisvereinbarungen, Zeitplan und Honorare müssen unbedingt im Vorfeld der Arbeiten festgelegt werden, besonders bei größeren Bauvorhaben. Die Handwerkskammer rät dazu nach der „Verdingungsordnung für Bauwesen“ (VOB) vorzugehen und Daten, Leistungsumfang und -inhalt präzise schriftlich festzulegen. So sparen Sie als Kunde auch Kosten, denn mit Hilfe der Präzisen Beschreibung weiß der Handwerker genau welches Material benötigt wird und zusätzliche Wege und zusätzliches Personal werden vermieden. Dennoch sollte die volle Bezahlung der Arbeiten erst nach mängelfreier Fertigstellung getätigt werden.
Machen Sie einen Vertrag. Achten Sie darauf bei größeren Arbeiten einen Vertrag zu machen um spätere Streitigkeiten oder Unstimmigkeiten zu vermeiden, wenn Mängel, unerwartete Kosten oder Verzögerungen der Fertigstellungen entstehen. Besonders wichtig hierbei sidn eine finanzielle Höchstgrenze und ein vertretbarer Fertigstellungstermin, so die Handwerkskammer Berlin. Geben Sie dem Betrieb auch Ihre Kontaktdaten damit sie bei Problemen oder Verzögerungen unverzüglich informiert werden können.
Zahlen Sie Notdienste nicht blind. Notdienste für Schlüsseldienst, Klempner- und Elektroarbeiten sind oft überteuert und wollen bar bezahlt werden. Bestehen Sie in solchen Fällen am besten auf eine Rechnung mit genauer Kostenaufschlüsselung.
Zahlen Sie die Rechnung unverzüglich nach Fertigstellung. Ist der Auftrag ordnungsgemäß fertiggestellt, dann zahlen Sie die Rechnung sofort nach Fertigstellung, so die Handwerkskammer. Ohne vertragliche Vereinbarungen mit dem Handwerksbetrieb dürfen keine Vorabzahlungen genommen werden. Eine Vereinbarung über Abschlagszahlungen von Teilleistungen kann individuell vereinbart werden. Gerade in finanziell schwierigen Zeiten wird laut der Handwerkskammer auf diese Methode oft zurückgegriffen.
Besprechen Sie Reklamationen mit dem Handwerksbetrieb. Die Handwerkskammer rät dazu, bei Unstimmigkeiten immer erst mit dem Handwerksbetrieb zu reden. Können die Probleme so nicht gelöst werden, dann kann man auch ein Schiedsgericht oder eine ‚Schlichtungsstelle einschalten. Auch die Handwerkskammer selbst kann um Vermittlung gebeten werden. Außerdem kann man unabhängige Sachverständige einschalten. Ziehen Sie auf jeden Fall einen dieser Schritte in Betracht bevor Sie zum Gericht gehen.
Wenn Sie diese Ratschläge beachten und sich bei der Auswahl des Handwerkers genügend Zeit nehmen, dann werden sie ganz sicher einen qualifizierten Handwerker finden, der die gewünschten Arbeiten zu Ihrer Zufriedenheit erledigt.