
Duschen oder Abwaschen mit kaltem Wasser, kalte Winter ohne warme Heizung? Fast unvorstellbar. Es gibt viele Wege Wasser und Wohnunge zu wärmen, doch was sind die effektivsten und rentabelsten Möglichkeiten um an diese Quellen zu kommen?
Deutsche Haushalte verbrauchen laut dem Bundesministerium für Umwelt (BMU) im Durchschnitt rund 90% ihrer Energie für Heizung und Warmwasser-Bereitung (70% davon für Heizung). Jedoch entweicht ein Großteil der Wärme ungenutzt durch schlecht isolierte, Wände, Dächer und Fenster. Dazu kommen veraltete, schlecht gewartete und unpassend kombinierte Heiz-Systeme. In der Auswahl des Heiz- und Wasserbereitungssystems liegen also die größten Möglichkeiten für mehr Energieeffizienz und dementsprechend weniger Umweltbelastungen.
Das gängigste System ist bisher die Kombination aus Gas-Therme und Speicher, jedoch kommt die Auswahl des passenden Systems auf individuelle Faktoren an. In fast jedem Fall ist auch eine Erweiterung oder Kombination mit erneuerbaren Energiegewinnungsmethoden möglich.
Als Faustregel für die Entscheidung zwischen Durchlauferhitzer und Warmwasserspeicher im Allgemeinen rät Elektro-Fachmann Carsten Tochtenhagen aus Schöneiche bei Berlin: „Für kleinere Haushalte mit ein oder zwei Personen, aber auch weniger genutzte Einzelanschlüsse wir z.B. Gäste-WCs eignen sich eher strombetriebene Durchlauferhitzer. Dagegen eignen sich in größeren Haushalten und Häusern mit einem der Personenanzahlt entsprechenden Speicher besser.“
Kombi-Boiler, auch Kombi-Puffspeicher genannt, sind Boiler bzw. Speicher mit eingebautem Wärmetauscher. Hiermit kann warmes Wasser mithilfe von Gas, Strom, Heizöl oder Holz-(Pellets) in einem Heizkessel erwärmt und so die Wassererwärmung und die Heizleistung für die gesamte Wohnung oder das gesamte Haus durchgeführt werden. Während der warmen Monate hat dieses System allerdings einen erhöhten Leistungsverbrauch, das der Heizkessel nur für die Warmwasserbereitung in Betrieb sein muss. Im Sommer eignet sich daher ein Elektroboiler besser. Bei der Verwendung von Elektroboilern kann man sparen indem man sie nachts mit dem günstigeren Nachtstrom erwärmt. Zudem wird durch Nutzung von Strom aus Windenergie die Umwelt geschont. Bei ausreichender Größe des Boilers (ca. 300l bei 4-Personen-Haushalt) reicht dann eine Boiler-Füllung für einen Tag aus. Für einen so großen Tank benötigt man aber auch dementsprechend Platz und hat außerdem zusätzliche Energieverluste für die Warmhaltung des Wassers im Tank. Eine gute Wärmedämmung ist hier ein Muss. Außerdem ist durch die zentrale Versorgung ggf. ein größerer Installationsaufwand nötig.
Einmal pro Woche sollte die Wassertemperatur im Boiler auf knapp 60°C erhöht werden um einen möglichen Legionellen-Befall zu vermeiden, der durch die lange Speicherung des warmen Wassers begünstigt wird.
Eine Zirkulationsleitung mit Pumpe ermöglicht, dass das warme Wasser an der Abnahmestelle sofort zur Verfügung steht. Fachmann Carsten Tochtenhagen rät aber dazu, diese Zirkulationsleitung gut zu isolieren um Wärmeverluste zu vermeiden und außerdem die Zirkulationspumpe bei Nichtbenutzung (Nachts oder bei Abwesenheit) abzuschalten um Energieverluste zu vermeiden.
Kombi-Durchlauferhitzer: Verwendung, Vor- und Nachteile

Im Durchlauferhitzer, in Kombination mit Heizleistung auch Kombi-(Gas-)Therme genannt, wird warmes Wasser bereitet, indem es durch eine Heizung läuft. Die gewünschte Temperatur kann bei modernen Geräten mit elektronischen Sensoren exakt eingestellt werden. Dieses Wasser wird aber nicht in einem Tank gespeichert sondern bedarfsabhängig entnommen. Gasbetrieben sind diese auch Durchfluss-Wassererwärmer genannten Geräte sehr ökonomisch und haben in Verbindung mit Brennwertthermen einen geringeren Verbrauch. Vorteil im Vergleich zu Warmwasserspeichern ist die energiesparende Verwendung des warmen Wassers, da keine Wasserspeicherung mit Wärmeverlusten nötig ist.
Durchlauferitzer werden häufig dezentral, also in der Nähe der Abnahmestelle, oder direkt an der Abnahmestelle angebracht – zum Beispiel bei Gäste-WCs, die von Küche und Bad entfernt liegen – damit Wärmeverluste durch lange Rohrleitungen vermieden werden. Allerdings hat das Wasser beim Durchfluss durch den Erhitzer einen Druckverlust. Dieser kann durch erhöhten Wasserdruck ausgeglichen werden.
Die Installation von sowohl Speichern als auch Durchlauferhitzern beinhaltet den Anschluss an Wasserrohrleitung(en) sowie ggf. an Gasleitungen oder das Stromnetz. Bei Elektro-Durchlauferhitzern ist bei höheren Watt-Zahlen ein Anschluss an eine 400 V-Leitung nötig. Bei sowohl Kombi-Thermen als auch bei Kombi-Speichern sollte man laut Fachmann Tochtenhagen mit Kosten ab 4.000€ für Kauf und Installation rechnen. Ein Vorteil der Thermen ist jedoch, dass im Gegensatz zu Speichern platzsparender sind.
Regelmäßig gewartete Heizungsanlagen können effektiver arbeiten. Gas- Wasser- Installateure rate dazu die Warmwasser- und Heizungsanlage einmal jährlich (am besten vor Beginn der Heizperiode) von einem Fachmann warten und reinigen zu lassen. Dies ist allerdings abhängig von der Energienutzung und dem Verbrauch. Kosten hier liegen bei 100 € und mehr, je nach Aufwand. Es lohnt sich aber, denn hierdurch können folgende vom Bundesministerium für Umwelt genannte „Energiefresser“ gefunden und vermieden werden:
Werden alle oben genannten Energieverschwendungen eingedämmt, dann armortisieren sich die Wartungskosten schnell und sorgen für eine niedrigere Umweltbelastung sowie Energiekosten-Ersparnisse. Auch die Lebensdauer des Geräte von 15-25 Jahren kann so erhöht werden.
Sowohl Gasanschluss, Stromanschluss, Rohrverlegungen als auch Heizungsinstallationen sollten nur von qualifizierten Fachleuten durchgeführt werden, die einen Eintrag in die jeweilige Handwerksrolle haben bzw. gegebenenfalls auch Zusatzqualifikationen nachweisen (z.B. für Stromanschluss über 3.3 KW/ 400 V muss Elektriker Zulassung für Arbeit an solch hohen Stromnetzen haben). Qualifiziertes Personal kann Sie fachgerecht beraten und gefahrenlos arbeiten. Außerdem wird nur so die Gewährleistung der zu installierenden Geräte gewährleistet.
Bei Temperaturen von 40-45°C (Haare waschen, Waschmaschine, Duschen, Baden, Hände waschen) besteht folgender Warmwasserverbrauch:
Alternative Methoden und Fördermittel
| Wärmepumpe/ Erdwärmeheizung |
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| Solaranlage |
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| Pelletheizung |
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Die Erzeugung von warmem Wasser und das Heizen von Räumen kostet jede Menge Energie. Daher sollten Sie bei anstehenden Renovierungen oder Um- und Ausbauplänen auch die Erzeugung von warmem Wasser und Heizkraft überdenken. In jedem Fall sollte eine bedarfsorientierte Planung durchgeführt werden und alte Geräte sollten ausgetauscht werden um Energieverbrauch und Kosten zu senken sowie den Wohnkomfort zu erhöhen.
Bis zum Ende des Jahres 2010 erhalten Hausbesitzer eine Förderung von bis zu 4.800 € wenn sie einen alten Heizkessel gegen einen neuen solarunterstützten Pellet- oder Brennwertkessel umtauschen lassen, so der Bundesumweltminister Norbert Röttgen.
Kontaktieren Sie für eine individuelle Beratung oder Installationen sowie Wartungs- und Reparaturarbeiten am besten einen professionellen Heizungs-Fachmann.