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Strom Sparen – Dem Geldbeutel und der Umwelt zuliebe

Unabhängig von der momentanen Höhe der Strompreise lohnt sich Strom sparen doch immer – denn der umweltfreundlichste und billigste Strom ist der, den wir gar nicht erst verbrauchen.

Strom Sparen
Die EU will bis 2012
herkömmliche Glühbirnen
vom Markt nehmen

© ServiceMagic

Jede Kilowattstunde (kWh), kostet rund 16 Cent und gibt rund 640 Gramm Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre ab, so das Bundesministerium für Umwelt (BMU). Schätzungen des Bundesumweltamtes zu Folge sind täglich zwei Großkraftwerke in Deutschland rund um die Uhr nur damit beschäftigt Strom für Geräte zu erzeugen, die gar nicht benötigt werden. Verbraucher wissen dies oft nicht einmal und so kostet der „heimliche Stromverbrauch“ jährlich mehr als 4 Milliarden Euro, so das Umweltbundesamt.

Lediglich durch einen bewussteren Umgang mit Strom verbrauchenden Geräten und die Nutzung erneuerbarer Energien kann man viel Geld und viel Kohlendioxid einsparen ohne an Komfort einbüßen zu müssen. Im Folgenden finden Sie einige Tipps, die Ihnen helfen sollen Strom zu sparen.

1. Abschalten statt Stand-by Modus

Auch der Stand-by-Modus verbraucht Strom, obwohl das jeweilige Gerät gar nicht verwendet wird. Oft ist es nur die Bequemlichkeit, die letztendlich zu den erhöhten Stromkosten führt. So verbraucht man rund 10% des Stromverbrauches in einem Privathaushalt, also ca. 80 € pro Jahr nur für Stand-by. Aber auch wenn der „An/ Aus“ Schalter betätigt wurde, ziehen Geräte oft noch Strom.

Folgendes rät das BMU um unnötige Kosten durch Leerläufe zu vermeiden:

  • Schalten Sie elektronische Geräte nachts und bei längeren Nutzungspausen komplett aus; am einfachsten geht dies mit Hilfe von Mehrfachsteckdosen mit Ein-Aus-Schaltern
  • Achten Sie beim Kauf von Elektrogeräten auf eine niedrige Leistungsaufnahme im Stand-by Modus (variiert zwischen 1 und 20 Watt)
  • Ziehen Sie Handy-Ladegeräte aus der Steckdose, wenn Sie nicht gebraucht werden; denn diese Netzstecker ziehen Strom, auch wenn gar kein Mobiltelefon angeschlossen ist

2. Beleuchtung

Durch den Beschluss der Europäischen Union herkömmliche Glühbirnen bis zum Jahr 2012 vom Markt zu nehmen kommt man bald ums Strom sparen bei der Beleuchtung nicht mehr herum.

Warum Energiesparlampen umweltfreundlicher sind und wie viel Kosten sie Ihnen sparen können, erklärt das BMU so:

  • Sie verbrauchen 80% weniger Strom bei gleicher Helligkeit und brennen 8-12 mal so lange wir herkömmliche Glühbirnen; die etwas teurere Anschaffung zahlt sich so aus
  • -Benötigen ca. 2-minütige Aufwärmphase, daher sollten sie nur an Orten genutzt werden, wo man Licht über längere Zeit benötigt (z.B. Wohnzimmer); eher nicht geeignet für Treppenhäuser und Kühlschränke
  • Bei Glühbirnen wird nur 10% der benötigten Energie in Licht umgewandelt, der Rest des Stroms wird in Form von Wärme abgegeben
  • Halogenlampen sind keine Energiesparlampen; sie verbrauchen zwar weniger Strom als Glühbirnen aber dafür läuft ihr Trafo oft rund um die Uhr (gibt Wärme ab)

3. Kochen

Wenn Sie beim Kochen Energie sparen wollen erhalten Sie sich nicht nur mehr Vitamine sondern sparen auch Zeit und sind effektiver.

Das BMU rät beim Kochen zu folgenden Energiesparmaßnahmen:

  • Deckel drauf: so entweicht die Wärme aus dem Topf nicht (ohne Deckel hat man 4 mal höheren Energieverbrauch) und der Kochvorgang geht schneller
  • -Topf und Pfanne passen wählen: Ist der Topfdurchmesser nur 3cm geringer als die Herdplatte dann verlieren Sie schon 30% Energie
  • Gefrorenes bei Zimmertemperatur antauen lassen anstatt in Ofen oder Mikrowelle
  • Kochplatten und Backofen haben eine Restwärme, können also kurz (ca. 5min) vor Ablauf der Garzeit abgeschaltet werden (nicht zutreffend bei Gas- und Induktionskochplatten)
  • Eier im Eierkocher kochen, verbraucht nur halb so viel Strom als Kochen im Topf
  • Brötchen auf dem Toaster aufbacken verbraucht bis zu 70% weniger Strom als im Backofen
  • Die Nutzung von Schnellkochtöpfen spart bis zu 50% der Zeit und Energie
  • Kochen sie nur so viel Wasser wie Sie benötigen im Wasserkocher

4. Kühlen und Gefrieren

Je kühler der Aufstellort Ihres Kühlschrankes desto geringer ist auch der Verbrauch. Plätze neben dem Herd, der Spülmaschine, Heizung oder mit direkter Sonneneinstrahlung sind also eher ungeeignet.

Strom Sparen
Schließen sie den Kühlschrank
schnell wieder um Energie zu sparen

© ServiceMagic

Für Kühl- und Gefrierschrank gibt es aber vom BMU noch weitere Energiespartipps:

  • Legen Sie ein Thermometer in den Kühlschrank; 6°C sind optimal, jedes weitere Grad verbraucht 10% mehr Energie; beim Tiefkühlschrank reichen -16°C
  • -Lassen Sie warme Speisen abkühlen bevor Sie sie in den Kühlschrank stellen
  • Tauen Sie Eisschichten regelmäßig ab, sie erhöhen den Stromverbrauch
  • Öffnen Sie den Tiefkühlschrank nur kurz, sonst bildet sich mehr Eis
  • Schalten Sie den Kühlschrank bei langer Abwesenheit auf eine geringere Stufe
  • Tiefkühltruhe statt Tiefkühlschrank: Die Truhe verbraucht bei gleichem Volumen weniger Energie, benötigt aber mehr Platz

5. Waschen und Trocken

Bei halber Beladung und hohen Temperaturen verbrauchen Sie ein vielfaches an Strom und Wasser. Ist Ihre Wäsche nur mäßig verschmutzt, dann können Sie viel Geld sparen.

Hier sind die Energiespartipps für Waschen und Trocknen vom BMU:

  • Beladen Sie die Maschine voll oder stellen Sie sie auf halbes Programm
  • Nutzen Sie die niedrigste Temperatur die möglich ist; allgemein reicht 30°, für Kochwäsche höchstens 60°
  • Verzichten Sie auf die Vorwäsche, wenn Ihre Wäsche nicht stark verschmutzt ist, so sparen Sie 10% der Energie und Waschmittel
  • Lassen Sie die Wäsche möglichst an der Luft trocknen
  • Wenn Sie nicht auf den Trockner verzichten möchten dann schleudern Sie die Wäsche vorher nochmal und kürzen Sie die Trockenzeit je nach Füllmenge; das Flusensieb sollte auch jedes Mal gereinigt werden um zu hohen Energieaufwand zu vermeiden

6. Neuanschaffung von Elektrogeräten

Nutzen Sie die Chance einer Neuanschaffung und deren bessere Stromverbrauchswerte. So können Sie auf lange Sicht gesehen Geld sparen und tun etwas gutes für die Umwelt. Neben dem Anschaffungspreis auch auf den Verbrauch zu achten ist besonders im Hinblick auf billige Geräte wichtig. Denn diese verbrauchen oft mehr Strom als etwas teurere Geräte, die sich erst mit der Zeit rechnen. Ähnlich ist es mit Batterien und Akkus: Batterien werden billig gekauft, sind irgendwann leer und werden weggeworfen (in den Sondermüll), belasten aber dennoch aufgrund ihrer nicht abbaubaren Inhaltsstoffe stark die Umwelt. Akkus dagegen sind in der Anschaffung etwas teurer, benötigen (einmalig) ein Ladegerät und können so immer wiederverwendet werden. Die Umwelt- und Kostenbelastung wird somit stark reduziert.

Für die Neuanschaffung von Elektrogeräten rät das BMU daher auf folgendes zu achten:

  • Bei großen Haushaltsgeräten auf die Kennzeichnung der Energieverbrauchsklassen (A-G) achten; in der EU besteht eine Kennzeichnungspflicht mit diesen Energieaufklebern bei denen A für niedrigen und G für sehr hohen Verbrauch steht
  • Inzwischen gibt es aber auch schon A+ bis A+++ Geräte, die auf dem modernsten und energiesparendsten Stand sind
  • Bei Elektrogeräten gibt außerdem die GEEA-Kennzeichnung oder der „Blaue Engel“ einen niedrigen Energieverbrauch an

Es gibt fast unendlich viele Kleinigkeiten, die Sie beim Stromsparen beachten können und je nach Ihren Bedürfnissen und Gewohnheiten ohne große Komplikationen in Ihren Alltag integrieren können. Wenn jeder ein paar Ratschläge berücksichtigt, dann tun wir alle etwas Gutes, für uns und unsere Umwelt. Wenn Sie gezielt Stromfresser in Ihrem Haushalt entlarven möchten, dann besorgen Sie sich am besten ein Strommessgerät. Diese können Sie kaufen oder bei Verbraucherzentralen und Energiekonzernen kostenlos ausleihen. Sie werden zwischen Steckdose und Gerät angebracht und zeigen sofort, wie viel Strom Geräte auch im ausgeschalteten Zustand verbrauchen.

Für weitere Informationen rund um Energieverbrauch, Energieeinsparungen und Beratungen gibt es zum Beispiel die Kampagne „Klima sucht Schutz“ des Bundesumweltministeriums, das Niedrig-Energie-Institut Detmold welches regelmäßig Listen sparsamer Haushaltsgeräte herausgibt und die Gemeinschaft Energielabel Deutschland (GED), die für besonders sparsame Elektronikgeräte das GEEA-Zeichen vergibt, um nur einige zu nennen.